by Tayfun Özdemir
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Die naheliegende VMware Alternative für kleine und mittlere Unternehmen ist heute Proxmox VE, dicht gefolgt von Microsoft Hyper-V. Proxmox ist quelloffen, ohne Lizenzkosten nutzbar und bringt einen Import-Assistenten für virtuelle Maschinen aus VMware ESXi mit. Hyper-V lohnt sich vor allem dort, wo ohnehin Windows Server lizenziert ist. Für Umgebungen mit ein bis vier Hosts ist der Umstieg in den meisten Fällen an einem Wochenende pro Host machbar, wenn er sauber vorbereitet ist.
In diesem Ratgeber erklären wir, warum so viele Unternehmen gerade nach einer VMware Alternative suchen, welche Plattformen in Frage kommen, was sie kosten und wie eine Migration ohne lange Ausfallzeit abläuft.
Warum Unternehmen eine VMware Alternative suchen
Broadcom hat VMware Ende 2023 übernommen und das Lizenzmodell danach grundlegend umgebaut. Kaufen und dauerhaft nutzen geht nicht mehr. Es gibt nur noch Abonnements mit fester Laufzeit, und abgerechnet wird nicht mehr pro Prozessor, sondern pro physischem Prozessorkern.
Dazu kommt eine Mindestmenge: Jeder Prozessor wird mit mindestens 16 Kernen berechnet, auch wenn er weniger hat. So steht es in Broadcoms eigenem Knowledge-Base-Artikel 313548 zur Kernzählung. Ein älterer Server mit zwei 8-Kern-Prozessoren hat also 16 echte Kerne, bezahlt werden aber 32.
Genau diese Rechnung trifft kleine Umgebungen besonders hart. Große Rechenzentren mit 32- oder 64-Kern-CPUs liegen ohnehin über der Grenze. Der Server im Technikraum eines Handwerksbetriebs in Euskirchen dagegen nicht.
Ein aktuelles Beispiel: Tesco wechselt zu Proxmox
Wie ernst das Thema auch für große Firmen ist, zeigt der britische Handelskonzern Tesco. Laut einem Bericht von The Register vom 26. Oktober 2026 sucht Tesco eine Führungskraft, die die Migration der Filial-Server von VMware auf Proxmox verantworten soll. Tesco liegt mit VMware vor Gericht im Streit um alte Dauerlizenzen. Nach Angaben des Konzerns lag ein Angebot von VMware in den Verhandlungen 175 Prozent über dem bisherigen Preis.
Für ein mittelständisches Unternehmen im Rheinland sind die Zahlen kleiner, das Muster ist aber dasselbe: Die Verlängerung kommt, das Angebot ist deutlich teurer als bisher, und es bleibt wenig Zeit, eine Entscheidung vorzubereiten.
Was sich für bestehende Kunden konkret geändert hat
| Thema | Früher | Heute unter Broadcom |
|---|---|---|
| Lizenzform | Dauerlizenz plus Wartung | Nur Abonnement mit Laufzeit |
| Abrechnung | Pro Prozessor | Pro Kern, mindestens 16 Kerne je Prozessor |
| Produkte | Einzelne Editionen frei kombinierbar | Wenige Pakete, Schwerpunkt auf großen Bundles |
| Ältere Versionen | Lange nutzbar | vSphere 7 ohne allgemeinen Support seit Oktober 2025 |
Wer heute noch vSphere 7 betreibt, bekommt keine regulären Sicherheitsupdates mehr. Das ist der eigentliche Handlungsdruck: Weiterlaufen lassen ist keine Option, also steht ohnehin eine Entscheidung an. Entweder Upgrade mit neuem Abo oder Wechsel.
Die wichtigsten VMware Alternativen im Überblick
Für Unternehmen mit 5 bis 500 Mitarbeitenden kommen in der Praxis vier Wege in Frage. Welche VMware Alternative passt, hängt weniger von Funktionen ab als davon, was Sie schon im Haus haben und wer die Plattform später betreut.

Proxmox VE
Proxmox Virtual Environment kommt von der Proxmox Server Solutions GmbH aus Wien und basiert auf Debian Linux mit KVM für virtuelle Maschinen und LXC für Container. Die Software steht unter der Open-Source-Lizenz AGPLv3. Alle Funktionen sind ohne Lizenzkosten nutzbar, auch Cluster, Hochverfügbarkeit und Live-Migration.
Bezahlt wird nur optional eine Subscription pro CPU-Sockel und Jahr. Sie bringt das stabil getestete Enterprise-Repository und, je nach Stufe, Herstellersupport. Seit dem 19. Oktober 2026 bietet Proxmox für die Premium-Stufe Support rund um die Uhr an, die Standard-Stufe soll bis Ende 2026 folgen.
Für den Umstieg wichtig: Proxmox VE hat einen eingebauten Import-Assistenten, der virtuelle Maschinen direkt von einem ESXi-Host übernimmt. Laut offizieller Migrationsanleitung von Proxmox ist der Import mit ESXi 6.5 bis 8.0 getestet. Mit dem Live-Import startet die VM schon während der Übernahme, was die Ausfallzeit deutlich verkürzt.
Microsoft Hyper-V
Hyper-V ist Teil von Windows Server. Wer seine Server ohnehin mit Windows betreibt und die Lizenzen schon hat, bekommt den Hypervisor ohne Aufpreis. Windows Server Standard deckt zwei virtuelle Windows-Server-Instanzen pro vollständig lizenziertem Host ab, die Datacenter-Edition beliebig viele. Die Unterschiede der Editionen beschreibt Microsoft im Editionsvergleich auf Microsoft Learn.
Hyper-V passt gut zu reinen Windows-Umgebungen mit Active Directory und Fachanwendungen, die nur unter Windows laufen. Für gemischte Umgebungen mit Linux-Servern oder Firewalls als VM ist Proxmox oft flexibler.
XCP-ng und Nutanix
XCP-ng ist eine quelloffene Plattform auf Basis von Xen, entwickelt vom französischen Unternehmen Vates. Sie ist technisch solide, hat im deutschsprachigen Raum aber eine deutlich kleinere Community als Proxmox. Nutanix mit dem eigenen Hypervisor AHV richtet sich eher an größere Umgebungen mit hyperkonvergenter Hardware und liegt preislich in einer anderen Liga.
Cloud statt eigener Server
Manchmal ist die beste VMware Alternative gar kein neuer Hypervisor. Wenn auf dem Host nur noch ein Dateiserver und Exchange laufen, können Microsoft 365 mit SharePoint und Exchange Online die Server ganz ersetzen. Dann entfällt die Virtualisierung, Sie brauchen aber ein gutes Konzept für Berechtigungen und eine eigene Sicherung. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zum Microsoft 365 Backup.
Was kostet eine VMware Alternative?
Bei VMware veröffentlicht Broadcom keine Listenpreise für kleine Kunden, die Angebote kommen über Partner. Bei Proxmox sind die Preise öffentlich. Laut Preisliste auf proxmox.com kosten die Subscriptions netto pro CPU-Sockel und Jahr:
- Community: 120 €, nur Enterprise-Repository, Hilfe über das Forum
- Basic: 370 €, 3 Support-Tickets pro Jahr, Antwort innerhalb eines Werktags
- Standard: 550 €, 10 Tickets, 4 Stunden Reaktionszeit bei kritischen Fällen
- Premium: 1.100 €, unbegrenzte Tickets, 2 Stunden Reaktionszeit, 24/7

In einem Cluster braucht jeder Knoten eine eigene Subscription, und alle Knoten müssen dieselbe Stufe haben. Zwei Server mit je einem Prozessor kosten in der Basic-Stufe also 740 € netto im Jahr. Mit zwei Prozessoren pro Server verdoppelt sich der Betrag, weil pro Sockel abgerechnet wird.
Für die meisten kleinen Unternehmen reicht Community oder Basic, wenn ein IT-Dienstleister die Plattform betreut und die Fehlersuche übernimmt. Premium lohnt sich, wenn der Betrieb rund um die Uhr läuft und Sie den Hersteller direkt im Rücken haben wollen.
Vorhandene Hardware lässt sich meist weiter nutzen
Proxmox VE und Hyper-V laufen auf praktisch jedem aktuellen Server, auf dem bisher ESXi lief. Eine neue Anschaffung ist für den Wechsel also nicht zwingend. Prüfen sollten Sie vor allem den Speicher: RAID-Controller, die für VMware ausgewählt wurden, funktionieren in der Regel auch unter Linux. Wer Proxmox mit ZFS betreiben möchte, braucht dagegen einen Controller im HBA-Modus oder direkt angebundene Platten.
Steht ohnehin ein Hardwaretausch an, lohnt sich der Blick auf die Prozessoren. Bei Proxmox zählen Sockel, nicht Kerne. Ein Server mit einem starken Prozessor ist damit günstiger zu lizenzieren als einer mit zwei schwächeren.
Die Migration selbst kostet Arbeitszeit
Der größte Posten ist meist nicht die Lizenz, sondern die Arbeit: Bestandsaufnahme, Testlauf, Umzug der VMs, Anpassung der Datensicherung und Dokumentation. Bei uns wird das nach Aufwand abgerechnet, zu den Sätzen auf unserer Preisseite: 120 € netto pro Stunde, mit Wartungsvertrag 100 €.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Dauert die Migration einer Umgebung mit zwei Hosts und zehn virtuellen Maschinen 16 Stunden, sind das 1.920 € netto ohne beziehungsweise 1.600 € netto mit Wartungsvertrag. Wie viele Stunden es bei Ihnen tatsächlich werden, hängt vor allem von Speicher, Netzwerk und Sonderfällen wie Dongles oder alten Betriebssystemen ab.
So läuft der Wechsel zu einer VMware Alternative ab
Eine Migration ist kein Sprung ins kalte Wasser. Die einzelnen Schritte sind gut planbar, und der alte ESXi-Host bleibt bis zum Schluss als Rückfallebene stehen.

- Bestandsaufnahme: Welche VMs laufen, wie viel Speicher und Arbeitsspeicher brauchen sie, welche Abhängigkeiten gibt es? Gibt es USB-Dongles, durchgereichte Hardware oder Lizenzen, die an die Hardware gebunden sind?
- Zielplattform aufbauen: Proxmox oder Hyper-V auf neuer oder freigewordener Hardware installieren, Netzwerk und Speicher einrichten, Datensicherung von Anfang an mitdenken.
- Testmigration: Eine unkritische VM umziehen und prüfen. Bei Windows-Systemen sind die VirtIO-Treiber der wichtigste Punkt, sonst startet die VM nicht von der neuen Platte.
- Zeitplan festlegen: Die übrigen VMs in Gruppen außerhalb der Geschäftszeiten umziehen, kritische Systeme zuletzt.
- Umzug und Kontrolle: Jede VM nach dem Start prüfen: Netzwerk, Dienste, Anmeldung, Fachanwendung, Druck.
- Abschluss: Datensicherung testweise zurückspielen, Dokumentation aktualisieren, alten Host erst nach einigen Tagen ohne Probleme abschalten.
Typische Stolpersteine
- Snapshots: VMs mit vielen VMware-Snapshots lassen sich deutlich langsamer importieren. Vorher konsolidieren.
- Software-Lizenzen: Manche Fachanwendungen binden ihre Lizenz an die MAC-Adresse oder die Hardware-ID. Die MAC-Adresse lässt sich in der neuen VM übernehmen, bei anderen Bindungen hilft nur der Hersteller.
- Datensicherung: Backup-Software, die nur VMware unterstützt, funktioniert nach dem Wechsel nicht mehr. Proxmox bringt mit dem Proxmox Backup Server eine eigene Lösung mit, die Sicherung muss aber neu eingerichtet und getestet werden.
- Monitoring: Überwachungsregeln für vCenter oder ESXi greifen ins Leere und müssen umgestellt werden.
Falls Sie noch keinen Plan für den Ernstfall haben: Der Umzug ist ein guter Anlass, gleich einen IT-Notfallplan mit aktueller Systemliste anzulegen.
Welche VMware Alternative passt zu welchem Unternehmen?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, aber klare Tendenzen. Aus unserer Arbeit mit Unternehmen in Euskirchen, Bonn und Köln ergibt sich folgendes Bild:
- Ein bis drei Server, gemischte Systeme: Proxmox VE. Keine Lizenzkosten für den Hypervisor, gute Bedienung im Browser, eingebauter ESXi-Import. Wir betreiben auch unsere eigene Infrastruktur auf Proxmox.
- Reine Windows-Umgebung mit vorhandenen Lizenzen: Hyper-V. Keine zusätzliche Plattform, Verwaltung mit den bekannten Microsoft-Werkzeugen.
- Nur noch Dateiablage und E-Mail auf dem Server: Prüfen, ob Microsoft 365 die Server ersetzen kann.
- Großer Cluster mit vSAN und NSX, viele Abhängigkeiten: Ein Wechsel ist möglich, aber ein Projekt über Monate. Hier lohnt es sich, die Verlängerung bei VMware sorgfältig zu verhandeln und parallel eine Alternative aufzubauen.
Wichtig ist der Zeitpunkt. Planen Sie die Entscheidung mindestens drei bis sechs Monate vor Ablauf Ihres VMware-Vertrags oder Supports. Wer erst mit dem Verlängerungsangebot anfängt zu rechnen, hat keine Verhandlungsposition und keine Zeit für einen Testlauf.
Häufige Fragen zur VMware Alternative
Ist Proxmox für den produktiven Einsatz im Unternehmen geeignet?
Ja. Proxmox VE wird seit 2008 entwickelt und laut Hersteller auf über 2,3 Millionen Servern eingesetzt. Für den produktiven Betrieb empfehlen wir das Enterprise-Repository über eine Subscription und eine Betreuung durch einen Dienstleister oder das eigene IT-Team.
Kann ich VMware-VMs ohne Neuinstallation zu Proxmox übernehmen?
In den meisten Fällen ja. Der Import-Assistent von Proxmox liest die VMs direkt vom ESXi-Host und übernimmt Festplatten und die meisten Einstellungen. Bei Windows müssen vorher oder danach die VirtIO-Treiber installiert werden.
Ist die kostenlose Version von Proxmox wirklich vollständig?
Ja, alle Funktionen sind ohne Subscription verfügbar. Die Subscription bringt vor allem das stabilere Enterprise-Repository für Updates und Herstellersupport. Ohne Subscription erscheint beim Anmelden ein Hinweis, der den Betrieb aber nicht einschränkt.
Wie lange dauert die Migration von VMware zu Proxmox?
Für eine kleine Umgebung mit ein bis zwei Hosts planen wir meist einige Tage für Vorbereitung und Test und dann ein Wochenende für den eigentlichen Umzug. Größere Umgebungen ziehen schrittweise über mehrere Wochen um.
Was passiert mit unserer Datensicherung?
Die Sicherung muss in jedem Fall neu eingerichtet und mit einer Testwiederherstellung geprüft werden. Viele bekannte Backup-Programme unterstützen Proxmox und Hyper-V inzwischen, ansonsten bietet sich der Proxmox Backup Server an.
Fazit: Jetzt rechnen, nicht erst bei der Verlängerung
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist Proxmox VE die wirtschaftlichste VMware Alternative, Hyper-V die bequemste für reine Windows-Umgebungen. Beide sind ausgereift, und der Umzug ist mit guter Vorbereitung ohne lange Ausfallzeit machbar. Entscheidend ist, früh genug mit der Bestandsaufnahme zu beginnen.
Wir prüfen Ihre bestehende VMware-Umgebung, rechnen die Varianten durch und übernehmen auf Wunsch die Migration und die laufende Betreuung im Rahmen unserer Managed IT-Services, für Unternehmen im Kreis Euskirchen, in Bonn, Köln und dem Rheinland. Sprechen Sie uns an, am besten bevor das nächste Verlängerungsangebot kommt.
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